1. Rang - Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH


Erläuterungsbericht

Architekturbüro:
Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH

Landschaftsarchitekturbüro:
Lützow 7 Müller Wehberg Landschaftsarchitekten PartG mbB

Beurteilungstext des Auswahlgremiums:
Der Entwurf überzeugt, indem er sensibel auf die ursprünglichen Kubaturen reagiert und diese durch eine offene Bauweise ergänzt. Der Charakter wie auch das baukulturelle Erbe des Campus werden dabei berücksichtigt und feinsinnig weiterentwickelt. Es entsteht ein gelungener Diskurs zwischen Alt und Neu. Die klare bauliche Geste des Riegels an der Mercatorstraße wirkt als strukturierendes Element und stellt eine angemessene Geste zu der gegenüberliegenden Bebauung her.

Insgesamt fügt sich die städtebauliche Setzung harmonisch in den Stadtraum ein. Zugleich trägt sie dazu bei, die Lärmbelästigung auf dem Gelände zu reduzieren. Die vorgeschlagenen „Betontische“ schaffen einen soliden Sockel, auf dem die schwebend wirkenden Baukörper eine Leichtigkeit entfalten. Positiv hervorgehoben wird auch der Ansatz einer möglichen nachhaltigen, modularen Holzbauweise, die Flexibilität in den Bauphasen mit der Möglichkeit der schnellen baulichen Umsetzung bietet und dadurch Beeinträchtigungen der Quartiersbevölkerung in der Bauzeit reduziert.

Das Beratungsgremium begrüßt die kontrastierende Geste des Freiraums und würdigt die generelle Haltung, durch öffentlich zugängliche Erdgeschosszonen zur Belebung des Quartiers beizutragen. Durch die amorphe Gestaltung der Erdgeschosse werden spannende Blickbezüge und eine spannende Rhythmisierung geschaffen, die die Aufenthaltsqualität in den Freiräumen stärkt. Die externen Nutzungen sowie die Differenzierung der Freiräume wurden jedoch kontrovers diskutiert, während eine Durchlässigkeit von der Mercatorstraße in das Behördenzentrum im Erdgeschoss begrüßt wird.

Der Ansatz einer „Waldstadt“ als wichtiger konzeptioneller Baustein und damit verbundenen Neupflanzungen werden gewürdigt, jedoch in der vorliegenden Ausarbeitung kritisch hinterfragt. Insbesondere der Umgang mit Mobilitätsaspekten wirkt im Kontext des Gesamtkonzepts noch nicht vollständig überzeugend durchdacht. Während das Festhalten an der Tiefgarage kritisch bewertet wird, wird das Konzept zur späteren Nach- bzw. Umnutzung der Tiefgarage positiv hervorgehoben. Letztlich überzeugte jedoch die Grundhaltung einer eingeschossigen Tiefgarage mit Ansätzen einer späteren Umnutzung im Kontext einer urbanen innerstädtischen Lage.

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