2. Rang - ADEPT


Erläuterungsbericht

Architekturbüro:
ADEPT

Beurteilungstext des Auswahlgremiums:
Die Arbeit erzielt eine vergleichsweise hohe Bruttogrundfläche bei gleichzeitig überzeugender hochbaulicher Qualität. Gleichwohl führt die vorgeschlagene Dichte zu Gebäudehöhen, die ohne ein Bebauungsplanverfahren nicht umsetzbar erscheinen. Zugleich werden Angemessenheit und stadträumliche Wirkung der Geschossigkeit bzw. der Dichte angezweifelt. Die hohe Verdichtung erzeugt enge Räume zwischen den Gebäuden, deren Qualitäten in Bezug auf Belichtung kontrovers besprochen wurden.

Durch die geplante Bebauung entsteht ein neues städtebauliches Leitbild. Die gleichförmige Überformung führt zu einer einheitlichen Architektursprache und der Ortsbezug sowie der geschichtliche Kontext verlieren an Präsenz. Positiv hervorgehoben wird hingegen die Integration der Stellplätze in einen Mobility Hub sowie die Organisation und Verortung der Fahrradstellplätze.

Die zweigeschossigen Sockel, die den Campus auf menschlicher Maßstabsebene vermitteln, werden positiv hervorgehoben. Die deutliche Überschreitung der geforderten Flächen für die Polizei sowie für das Workcafé und die Kantine erscheint dem Beratungsgremium hingegen nicht nachvollziehbar. Auch die Verbindung von Gebäudeteilen über Brücken wird kritisch hinterfragt.

Die Zugänglichkeit des Quartiers von allen vier Seiten verknüpft den Campus sinnvoll mit dem Stadtgefüge, wenngleich dadurch ein zu gleichförmiges Netzwerk an nur wenig hierarchisierten Stadtplätzen entsteht. Gewürdigt wird indes das Zusammenspiel der Nutzungen im Erdgeschoss mit der Gestaltung und Qualität der angrenzenden Freiräume. Die Führung der zentralen Achse und damit die Durchwegung über das Areal wird grundsätzlich positiv besprochen. Ebenso findet die Verwendung von Abbruchmaterialien für die Freiraumgestaltung Anerkennung. Generell besticht die Arbeit mit hoher Gestaltqualität und einer detaillierten Ausarbeitung, die jedoch in Teilaspekten nicht vollständig überzeugte.

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